Beleuchtung von Jagdlebensräumen


 

 

 

 

Jagdlebensräume:

  • Fledermäuse jagen nachts nicht irgendwo nach Insekten sondern in ganz bestimmten Jagdlebensräumen.
  • Diese Jagdlebensräume müssen ganz bestimmte Eigenschaften aufweisen, damit sie von einer Fledermausart genutzt werden können. Wasserfledermäuse z. B. jagen fast ausschliesslich dicht über ruhigen und nachtdunklen Wasserflächen, Bechsteinfledermäuse hingegen jagen bevorzugt in alten geschlossenen Eichenwäldern. Andere Arten wie die Zwergfledermaus sind hinsichtlich ihrer Jagdlebensraumwahl offener.

 

Bedroht und geschützt:

  • Fledermäuse können über 30 Jahre alt werden. Sie haben meist nur ein Jungtier pro Jahr und fressen riesige Mengen an Insekten. Fledermäuse sind bedroht und deshalb bundesrechtlich geschützt.

 

Auswirkung von Beleuchtungen:

  • Es gibt für verschiedene Fledermausarten Hinweise, dass eine Beleuchtung entlang einer Strasse für Fledermäuse eine unüberwindbare Barriere darstellt. Dies schränkt den Aktionsradius ein, verringert die Grösse des Jagdlebensraumes und damit die verfügbare Nahrungsmenge. Ein zerschnittener Lebensraum zudem kann Fledermauspopulationen trennen und unter Umständen den Genaustausch einschränken.
  • Enige Fledermausarten wie die Wasserfledermaus meiden strikt beleuchtete Gebiete. Jagdlebensraum kann verloren gehen.
  • Andere Arten wie die Zwergfledermaus können von Beleuchtungen des Jagdlebensraumes aber auch profitieren, wenn die Leuchtmittel einen hohen UV-Anteil aufweisen, der bestimmte Insektenarten (unnatürlicherweise) anziehen kann.

 

Geringe Massnahmen

  • Es soll so viel wie nötig aber so wenig wie möglich beleuchtet werden. Ein Jagdlebensraum soll je nach Fledermausart nicht oder nur zurückhaltend beleuchtet werden.
  • Der Leuchtstrahl soll nach unten gerichtet sein, so dass nur der für uns Menschen relevante Ort beleuchtet wird – und nicht der Lebensraum von lichtsensiblen Fledermausarten.
  • Streulicht soll durch geeignete Abschirmungen vermieden werden.
  • Die Stärke und die Dauer der Beleuchtung sollen angepasst werden können (dimmbare Lösungen, Zeitschaltuhren) - auch aus energetischen Gründen.
  • Um zu vermeiden dass unnatürlicherweise Insekten in grossen Mengen angezogen werden, sollen Leuchtmittel ohne UV-Anteil verwendet werden.
  • Im Winterhalbjahr sind Beleuchtungen von Jagdlebensräumen für Fledermäuse im Prinzip unproblematisch, da sie die kalte Jahreszeit meist in einer Felshöhle Winter schlafend verbringen.

 

Wir sind Ihre Partner:

  • Bei der Begleitung von Beleuchtungs-Projekten von Jagdlebensräumen von Fledermäusen helfen wir Ihnen kompetent weiter.
  • In der ganzen Schweiz kümmern sich ausgewiesene Fachleute im Auftrag der Kantone und des Bundes um den Schutz unserer Fledermäuse. Sie werden Ihnen die biologisch und juristisch richtige Lösung für die fledermausfreundliche Beleuchtung von Jagdlebensräumen vorschlagen.
  • Die Stiftung Fledermausschutz vermittelt Ihnen die Anschrift der kompetenten Fachperson in Ihrer Region: 044 254 26 80, fledermaus@zoo.ch.

 

Allgemeine Infos zu Lichtverschmutzung:

Therese Hotz & Fabio Bontadina, 2007. Ökologische Auswirkungen künstlicher Beleuchtung. Bericht von SWILD als Grundlage für Grün Stadt Zürich und Amt für Städtebau, Zürich. 78 Seiten. Eine PDF-Kopie ist bei SWILD bestellbar.

Unser Merkblatt "Fledermausfreundlich beleuchten" (pdf, 531 kB) fasst die wichtigsten Eckpunkte im Umgang mit Licht und Fledermäusen zusammen.