Erfolgreicher Einsatz von Einbau-Fledermauskästen


Im Schulhaus Widacher in Rüti ZH nutzte seit 1996 eine Kolonie von Fledermäusen die Rollladenkästen auf der Südostseite dals Tageschlafverstecke. Der kleinen Kot-Hinterlassenschaften liessen auf Zwergfledermäuse schliessen. Nach einer Totalsanierung 2013 wurden als Ersatz für die zerstörten Unterschlüpfe Fledermaukästen in die Fassade eingebaut. Mit Erfolg - wie eine kürzliche Kontrolle im Sommer 2017 ergab.


 



 

 

Die damalige Koloniegrösse vor der Sanierung war nicht bekannt, da der Hauswart die Anwesenheit der Fledermäuse jeweils nuraufgrund von Kot-Chegeli auf den Fenstersimsen feststellte. Im August 2013 wurde das Schulhaus einer Totalsanierung unterzogen, sämtliche Fenster, Storen, Wände und Decken wurden erneuert. Es war nicht möglich, die Rollladenkasten-Quartiere zu erhalten, da die neuen Fenster keinen Zugang zum Rollladenkasten mehr aufwiesen und da diese aufgrund elektrischer Betätigung vermutlich eine Gefahr für Fledermäuse dargestellt hätten.

In frühzeitiger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und den Architekten konnte das Datum der Sanierungsarbeiten auf die Zeit nach der Jungenaufzucht gelegt werden. Um sicher zu stellen, dass keine Tiere verletzt oder durch das Gerüstnetz am Ein- und Ausfliegen gehindert werden, wurde der in dieser Saison von Fledermäusen genutzte Rollladenkasten später abgebrochen und das Gerüstnetz im betreffenden Bereich ausgespart.

Als Ersatzmassnahme wurden schliesslich zweiml drei spezielle "Fledermaus-Fassadenröhren 2FR" der Marke Schwegler an zwei Stellen nebeneinander eingebaut. Die Kästen sind dabei miteinander so verbunden, dass die Fledermäuse ihr Versteck wechseln können.

Die gesamten Sanierungsarbeiten dauerten 16 Monate und im Sommer 2015 führte Angelika Wiedersheim, ehrenamtliche Fledermausschützende aus Rüti eine erste Erfolgskontrolle durch. Die Freude war gross: Kotspuren unterhalb der Kästen zeigten die Anwesenheit von Fledermäusen an. Auch im Sommer 2016 wurden die Kästen genutzt, die Menge der Chegeli liess allerdings nicht darauf schliessen, ob es sich um ein Einzeltier oder um eine Kolonie handelte. Im Juli 2017 gelang dann eine Ausflugbeobachtung: An beiden Stellen flogen je 20 bzw. 22 Fledermäuse aus. Aufgrund der Koloniegrösse darf angenommen werden, dass am Schulhaus Widacher in den neu erprobten Kästen Jungtiere aufgezogen werden. 

Fledermauskästen können unter Umständen als Ersatz für zerstörte Fledermausquartiere an der Fassade dienen. Der Erfolg ist jedoch nicht immer gewährleistet. Eine Beratung durch einen Fledermausfachperson ist in jedem Fall erforderlich, um das Überleben der bestehenden Kolonie zu gewährleisten und die Erfolgschancen für die Besiedlung des Ersatzquartiers zu erhöhen.

Die Stiftung Fledermausschutz setzt sich für den Einbau von Fledermauskästen in Neubauten ein, denn für Fledermäuse zugängliche Fassadenspalten gibt es kaum mehr. Nähere Informationen zu Fledermauskästen finden Sie hier