Findlinge - Hilfe für verirrte, erschöpfte und verletzte Fledermäuse

 

 

Fledermäuse sind Wildtiere. Doch viele Fledermausarten leben nahe beim Menschen. Sie verstecken sich tagsüber in Wohnhäusern, Bürohäusern und Industriegebäuden. Fledermäuse sind scheu und fliehen vor dem Menschen. Normalerweise bekommt man tagsüber darum kaum je eine Fledermaus zu Gesicht. Werden sie aber überrascht und können nicht sofort fliehen, so können sie sich mit Abwehrgeschrei und Zubeissen wehren.

Doch verirrte, erschöpfte und verletzte Fledermäuse trifft man unerwartet in Wohnungen, Schulzimmern, Büroräumen und Fabrikhallen an. Und immer wieder kommt es vor, dass eine Hauskatze eine erbeutete Fledermaus vor die Türe legt oder in die Wohnung getragen hat. So begegnen sich Mensch und Fledermaus immer wieder – und beide brauchen Hilfe: die Fledermaus, weil sie in Not ist und der Mensch, weil er meist nicht weiss, was nun zu tun ist, damit die Fledermaus eine Chance hat, diese Notsituation zu überleben. Die notwendige Hilfe vermittelt das Fledermausschutz-Nottelefon.

   
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Hilfe – meine Katze hat eine Fledermaus erwischt!

Was ist passiert?
Katzen fressen in der Regel keine Fledermäuse. Doch sie erbeuten diese und tragen sie in die Wohnung. Katzen verletzen Fledermäuse meist massiv, brechen ihnen Arm- und Fingerknochen und zerfetzen die Flughaut. Und selbst wenn man der erbeuteten Fledermaus äusserlich nichts ansieht, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Eckzähne der Katze zu lebensgefährlichen inneren Verletzungen geführt haben, die innert Tagesfrist zum Tod durch innere Verblutung führen können.

Was kann ich tun?
Vertreiben Sie die Katze sofort von der Fledermaus – auch scheinbar sanftes «Katzenspiel» führt zu tödlichen Verletzungen.
Stellen Sie eine möglichst kleine Schachtel bereit, in deren Deckel Sie mit einer Schere drei kleine Luftlöchlein gestochen haben. Ergreifen Sie die Fledermaus mit einem Handschutz. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Legen Sie die Fledermaus zusammen mit einem Stofflappen in die Schachtel. Das Tierlein fühlt sich wohl, wenn es sich in eine Falte des Lappens verkriechen kann.
Verschliessen Sie die Schachtel sehr gut. Und überkleben Sie den Schachteldeckelrand mit Klebstreifen, damit das Tierlein auf keinen Fall entweichen und sich in der Wohnung verirren kann. Stellen Sie die Schachtel an einen möglichst kühlen Ort.
Rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen.

Hilfe – ich habe im Winter eine Fledermaus gefunden

Die Fledermaus hat sich im Winter in einen Innenraum verirrt (Wohnung, Büro, Schulzimmer usw.)

Was ist passiert?
Viele Fledermäuse verbringen den Winter in Spalten und Ritzen in Hausfassaden. Und oft verkriechen sie sich in Rolladenkästen. Sie hoffen, nahe an der Gebäudehülle möglichst wenig Fröste überdauern zu müssen. Sinkt die Aussentemperatur aber drastisch, so wachen sie auf, denn sie müssten nun ihren Stoffwechsel zu sehr erhöhen und würden viel Energie verbrauchen, und sie suchen sich darum einen neuen Unterschlupf – und verirren sich durch offene Fenster ins Innere. Das passiert auch dann, wenn es sehr sonnig ist und es für die Winterzeit eigentlich zu warm wird. Dann hätten die Fledermäuse in ihrem Versteck automatisch einen zu hohen Stoffwechsel und würden wiederum zu viel Energie verbrauchen. Auch dann wachen sie auf und suchen sich einen neuen Unterschlupf – und verirren sich durch offene Fenster ins Innere.
Und dann gibt es noch eine ganz andere Erklärung: Die Fledermaus wurde versehentlich mit Cheminéeholz in die Wohnung getragen: siehe «die Fledermaus war im Winter in einer Scheiterbeige».

Was kann ich tun?
Stellen Sie eine möglichst kleine Schachtel bereit, in deren Deckel Sie mit einer Schere drei kleine Luftlöchlein gestochen haben.
Fliegt die Fledermaus noch herum, so beobachten sie diese in Ruhe und geduldig, bis sie sich irgendwo hinsetzt. Meist landet sie an den Vorhängen oder in einer Zimmerecke, in der die Wand zum Festkrallen rau genug ist.
Sitzt das Tierlein still, so ergreifen Sie es mit einem Handschutz. Ergreifen Sie die Fledermaus mit einem Handschutz. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Hat es sich am Vorhang festgekrallt, so müssen Sie es beim Ablösen etwas anheben, damit es seine feinen Fusskrallen aus dem Stoff aushaken kann. Legen Sie die Fledermaus zusammen mit einem Stofflappen in die Schachtel. Das Tierlein fühlt sich wohl, wenn es sich in eine Falte des Lappen verkriechen kann.
Verschliessen Sie die Schachtel sehr gut. Und überkleben Sie den Schachteldeckelrand mit Klebstreifen, damit das Tierlein auf keinen Fall entweichen und sich in der Wohnung verirren kann. Stellen Sie die Schachtel an einen möglichst kühlen Ort.
Rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen.

Die Fledermaus war im Winter in einer Scheiterbeige

Was ist passiert?
Typischerweise überwintern Rauhautfledermäuse in Scheiterbeigen. Sie verkriechen sich in enge Zwischenräume und fühlen sich wohl, wenn sie sich richtiggehend in Spalten hineinzwängen können und mit Bauch und Rücken Kontakt zum Holz haben. Rauhautfledermäuse werden darum auch immer wieder versehentlich zusammen mit Brennholz in die Wohnung getragen.

Was kann ich tun?
Bleibt ein Teil der Scheiterbeige stehen, so ist dem Tierlein am besten geholfen, wenn Sie es wieder in einen Hohlraum zwischen den Holzscheitern zurücklegen. Ergreifen Sie die Fledermaus mit einem Handschutz. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein.
Sind Sie unsicher, ob Sie das Tierlein versehentlich verletzt haben, oder wird die Scheiterbeige vollständig abgetragen, so gehen Sie wie bei anderen Winterfindlingen vor und rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen.

Fledermäuse kamen im Winter beim Fällen eines Baumes zum Vorschein

Was ist passiert?
Beim Fällen hohler Bäume werden Fledermäuse immer wieder unbeabsichtigt aus ihrem Winterschlaf gerissen. Das ist verständlich, denn einer Baumhöhlen kann man von aussen nicht ansehen, dass Fledermäuse darin überwintern. Und die Tiere verhalten sich auch vollkommen ruhig, bis sie vom kräftigen Aufprall des fallenden Baumes erwachen. Dieser Aufprall kann die Tiere auch verletzen, oder beim nachträglichen Zersägen des Stammes können Tiere sogar zerschnitten werden. Spätestens jetzt hört man aus dem gefällten Stamm langgezogene, schrille Rufe.

Was kann ich tun?
Wird ein Winterquartier in einem Baum zerstört, so sind die Fledermäuse nach all der Aufregung möglicherweise nicht mehr in der Lage, innert nützlicher Frist einen anderen sicheren Ort zu finden und können in der Kälte umkommen. Hört man aus dem gefällten Stamm langgezogene, schrille Rufe, so muss das Baumhöhlenloch darum sofort mit Lappen verstopft werden. Wurde die Baumhöhle versehentlich bereits aufgesägt, so sind alle Öffnungen zuzustopfen. Bereits herausgefallene Fledermäuse muss man sofort in eine Schachtel oder einen Stoffsack oder ein ähnliches, gut verschliessbares Behältnis legen. Ergreifen Sie die Fledermaus mit einem Handschutz. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Benützt man zur Not einen Eimer, so ist dieser absolut dicht abzudecken. Mehr als 20 Fledermäuse sollte man nicht in denselben Behälter einsperren.
Sind die Fledermäuse sicher untergebracht, so rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen.

Hilfe – ich habe im Frühling eine Fledermaus gefunden

Was ist passiert?
Fledermäuse verbringen den Winter schlafend. Sie zehren dabei von ihren Fettreserven. Diese sind Ende Winter nahezu aufgebraucht. Im Frühjahr müssen sie darum so schnell wie möglich Nahrung aufnehmen, um wieder zu Kräften zu kommen. Schwache Tiere bleiben jetzt oft irgendwo draussen liegen.

Was kann ich tun?
Stellen Sie eine möglichst kleine Schachtel bereit, in deren Deckel Sie mit einer Schere drei kleine Luftlöchlein gestochen haben. Ergreifen Sie die Fledermaus mit einem Handschutz. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Legen Sie die Fledermaus zusammen mit einem Stofflappen in die Schachtel. Das Tierlein fühlt sich wohl, wenn es sich in eine Falte des Lappen verkriechen kann.
Verschliessen Sie die Schachtel sehr gut. Und überkleben Sie den Schachteldeckelrand mit Klebstreifen, damit das Tierlein auf keinen Fall entweichen und sich in der Wohnung verirren kann. Stellen Sie die Schachtel an einen möglichst kühlen Ort.
Rufen Sie das Fledermausschutz-Nottelefon an. Sprechen Sie Ihren Namen, Wohnort und die Telefonnummer auf das Band. Man wird Sie umgehend zurückrufen und Ihnen weiterhelfen.

Hilfe – ich habe im Sommer eine Fledermaus gefunden

Was ist passiert?
Im Sommer zieht jedes Fledermausweibchen ein Junges, selten auch Zwillinge, auf. Findet ein Junges seine Mutter nicht mehr oder ist diese gar gestorben, so verhungert es, da es bei Fledermäusen keine Ammen gibt. Herumirrende Jungtiere oder verwaiste Fledermaussäuglinge klettern oft aus ihren Tagesschlafverstecken und hängen an Hauswänden herum oder bleiben erschöpft auf dem Boden liegen. Manchmal müssen Fledermausmütter ihre Jungen auch im Stich lassen. Dies ist dann der Fall, wenn es im Juni und Juli längere Zeit regnerisch und kühl ist. Die Mutter findet dann keine Fluginsekten und kann das Junge nicht säugen. Deshalb verlässt sie es und zwingt ihr Junges damit, seine Körpertemperatur zu senken und auf diese Weise Energie zu sparen. Kommt die Mutter bei einsetzender besserer Witterung wieder zurück, so ist zu hoffen, dass das Junge die manchmal mehrtägige Hungerperiode überstanden hat.

Was kann ich tun?
Kennt man das Fledermausversteck, so kann man den Säugling vorsichtig in den Quartiereingang hineinschieben, wo ihn seine Mutter bei ihrer Rückkehr wieder finden sollte.
Wenn der Quartiereingang an einem unzugänglichen Ort ist, oder wenn man nicht weiss, wo sich das Quartier befindet, so schafft man eine Landeplattform für die Mutter! Eine detaillierte Beschreibung dazu findet man auf der Seite «Jungtiere aussetzen».

Man stellt vor Sonnenuntergang ein grosses Abwaschbecken auf das Balkongeländer oder auf ein Fenstersims. Mitten ins Becken stellt man wie einen kleinen Turm ein raues Stück Holz. Wer kein Holzstück zur Hand hat, stülpt einen Socken über ein hohes Wasserglas, das man dann mit der Öffnung nach unten in die Schüssel stellt.
Vor Einbruch der Dämmerung legt man den Winzling vorsichtig auf das Holz oder den Socken. Fällt er herunter, so bleibt ihm in der glattwandigen Schüssel nichts anderes übrig, als wieder auf das griffige Holz oder den Socken zu klettern. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein.
Im Normalfall beginnt das Junge aber sofort nach seiner Mutter zu rufen. Sobald diese in der Dämmerung zur Insektenjagd ausfliegt, hört sie ihren Sprössling, umkreist die Schüssel im Flug und landet auf dem Holz oder Socken. Das Junge klammert sich im Bauchfell fest und ab geht es mit dem kleinen Ausreisser, zurück ins sichere Wochenstubenquartier.
Läuft die ganze Aussetzaktion nicht wie geplant ab oder sind noch Fragen zur Aussetzung eines Findlings offen, so gibt das Fledermausschutz-Nottelefon weitere Auskünfte.

Hilfe – ich habe im Herbst eine Fledermaus gefunden

Was ist passiert?
Im Herbst unternehmen viele Fledermausarten weite Wanderflüge zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren. Auf der Suche nach günstigen Winterquartieren verirren sie sich oft in Innenräumen von Gebäuden, aus denen sie nicht mehr herausfinden und schliesslich verdursten und verhungern. In Gebäude verirrte Fledermäuse verstecken sich, solange sie noch bei Kräften sind, tagsüber und fliegen abends in den Räumen herum. Oft hängen sie sich dabei an eine Wand um auszuruhen.

Was kann ich tun?
Bei guter Witterung kann man flugtüchtige Tiere in der Abenddämmerung in die Freiheit entlassen. Apathische Tiere brauchen sofort weitere Hilfe.
Stellen Sie eine möglichst kleine Schachtel bereit, in deren Deckel Sie mit einer Schere drei kleine Luftlöchlein gestochen haben. Ergreifen Sie die Fledermaus mit einem Handschutz. Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein. Legen Sie die Fledermaus zusammen mit einem Stofflappen in die Schachtel. Das Tierlein fühlt sich wohl, wenn es sich in eine Falte des Lappen verkriechen kann.

Wer soll Fledermäuse notfallmässig pflegen?

Die Pflege von Fledermäusen ist eine befristete Notmassnahme, denn Fledermäuse sind keine Haustiere und zudem bundesrechtlich geschützt, d.h. ihre Haltung ist bewilligungspflichtig. Wegen der artspezifischen Bedürfnisse der einheimischen Fledermausarten darf die Pflege nur von ausgebildeten Fachpersonen durchgeführt werden.
Aber: Erste Hilfe für in Not geratene Fledermäuse wird meist von Laien geleistet.
Darum: Richtiges und schnelles Handeln ist wichtig.
Achtung: Fledermäuse können zubeissen. Sie sind Wildtiere und können deshalb auch Krankheiten übertragen. Fledermäuse sollte man darum nie mit blossen Händen anfassen – am besten Handschuhe tragen! So gehen Sie kein Risiko ein.
Ausgebildete Fachpersonen pflegen die Fledermäuse artgerecht. Geschwächte Tiere werden aufgefüttert und allenfalls künstlich überwintert. Verwaiste Säuglinge werden mit Spezialmilch aufgezogen. Alle Pfleglinge werden schnellstmöglich wieder in die Freiheit entlassen.
Grundsätzlich: Fledermausschutz-Nottelefon: 079 330 60 60
Dieser Einsatz für unsere Fledermäuse kann dank der Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, sowie der finanziellen Unterstützung durch unsere Gönnerinnen und Gönner und durch den Zürcher Tierschutz sichergestellt werden. Auch Ihre Spende kann Leben retten.



SSF – Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse in der Schweiz
c/o Zoo Zürich, Zürichbergstrasse 221, CH-8044 Zürich
allgemeine Auskünfte 044 254 26 80 – Fledermausschutz-Nottelefon 079 330 60 60 – Fax 044 254 26 81
Spendenkonto: PC 80-7223-1
fledermaus@zoo.chwww.fledermausschutz.ch


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