Die «Nymphenfledermaus» – Erstnachweis in der Schweiz im Jahr 2002

Die Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) wurde erst im Jahr 2001 aufgrund genetischer Analysen und morphologischer Merkmale als eigene Art beschrieben. Sie sieht der Bartfledermaus (Myotis mystacinus) und der Brandtfledermaus (Myotis brandtii) fast zum Verwechseln ähnlich, aber eben nur fast: Die Nymphenfledermaus ist etwas kleiner als die anderen beiden Arten und weist kleine Unterschiede im Gebiss auf. Auch sind ihre Ultraschall-Jagdrufe hochfrequenter als diejenigen aller anderen Arten der Gattung Myotis. Bisher wurde sie in Europa und in der Schweiz wohl oft mir der Bartfledermaus verwechselt.
Die Forschungsgruppe um Professor Otto von Helversen wies die Nymphenfledermaus erstmalig in Griechenland und Ungarn nach. Otto von Helversen benannte sie nach einer Figur aus der griechischen Mythologie, der Nymphe Alcathoe, Tochter des Minyas, die zusammen mit ihren Schwestern einst das Fest des Gottes Dionysos (Bacchus) boykottierte, worauf dieser sie (und ihre Schwestern) zur Strafe in eine Fledermaus verwandelte (Ovid, Met. IV, 410). Otto von Helversen fand die neu beschriebene Art an denselben Gestaden (abgelegene Schluchten und Ufergehölz), an dem sich die Tragödie zugetragen haben soll.

Erstnachweis in der Schweiz
Dr. Manuel Ruedi, Fledermausforscher aus Genf, fing die erste Schweizer Nymphenfledermaus in Zusammenarbeit mit Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten vor einer Grotte im Waadtländer Jura auf 1500 m. ü. M. kurz vorher hatten Manuel Ruedi und sein Team die Nymphenfledermaus bereits in Frankreich gefunden.
Ob sich die Nymphenfledermaus in der Schweiz auch fortpflanzt, werden weitere Forschungsarbeiten aufklären. Ebenso wird sich mit der Zeit zeigen, wie häufig die Nymphenfledermaus in der Schweiz vorkommt. Sofern sich die Fledermaus nicht zufällig in die Schweiz verflogen hat, kommen mit diesem neusten Nachweis hierzulande wohl neu insgesamt 30 Fledermausarten vor.

 

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